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Pflanzenöl-Umbau Audi A6 (Avant Quattro 2,5TDI)

Der Umbau auf Pflanzenölbetrieb war keinesfalls problemlos. Er zog sich von Mai 2006 bis Juni 2007 hin. Zunächst wurde nur der Grob-Vorfilter und die Kraftstoffvorwärmung über die Standheizung bzw. den Motor-Kühlkreislauf montiert. Es gab zwar im Web Hinweise, daß es besser sei, eine Kraftstoff-Zusatzpumpe zu montieren, aber wie es so ist, schien das nicht so dringlich. Ein Totalausfall der Einspritzpumpe nach 4 Wochen Betriebszeit mit Pflanzenöl war die Folge. Ursache ist die Empfindlichkeit der in die Einspritzpumpe integrierten Förderpumpe gegen Unterdruck. Und der entsteht im Ansaug durch die Zähflüssigkeit des Pflanzenöls. Darum auch die Empfehlung der Kraftstoff-Zusatzpumpe. Ein weiteres Manko ohne die Kraftstoff-Zusatzpumpe ist eine spürbare Leistungsreduzierung, da sich offensichtlich durch Unterdruck Dampfblasen im Pflanzenöl bilden, die dann zu einer verminderten Einspritzmenge und Leistungsverlust führen.
 

Umfang der Änderungen am Fahrzeug:

Da das Fahrzeug über eine Standheizung verfügte, soll diese generell, besonders aber in der kälteren Jahreszeit die notwendige Kraftstoff-Vorwärmung für den Start übernehmen. 

Der Wasser-Umlauf der Standheizung wurde über einen Wasser-Kraftstoff-Wärmetauscher geführt. Die Kraftstoff-Temperatur ist somit immer optimal auf ca. 80 Grad Celsius gehalten und kann nicht darüber hinaus ansteigen. (Nach Erreichen der Motor-Betriebstemperatur muß die Standheizung selbstverständlich nicht mehr laufen, der Wasserkreislauf arbeitet auch bei abgeschalteter Standheizung.) Um bei einer Störung der Standheizung noch startfähig zu sein, ist später eventuell ergänzend ein elektrischer Kraftstoff-Wärmetauscher vorgesehen.

Da die Standheizung nicht mit Pflanzenöl betrieben werden kann, wurde sie an einen kleinen Zusatztank für reinen Dieselkraftstoff angeschlossen. Dafür wurde ein runder Reserverad-Kanister genommen, der in der Mulde des Reserverades Platz findet. Gewählt wurde ein 9 Liter BMW-Reservekanister. Das reicht überschlägig für das ganze Jahr.

Dieser Reservekanister wurde etwas umgebaut. Oben drauf kam ein neuer Tankverschluß mit Schraubdeckel dran.  Außerdem kamen dort noch die Ansaug- und Entlüftungsanschlüsse hin. Diese wurden mit Minimeß-Kupplungen (kleine Hydraulik-Kupplungen) versehen. Somit kann der Kanister zum Füllen (oder bei Verwendung des Reserverades) herausgenommen werden und vor allem kann er notfalls auch als ganz normaler Reservekanister für das Fahrzeug dienen.

Um schädliche Unterdrücke im Kraftstoff-Ansaugstrang der Einspritzpumpe zu vermeiden, ist letztlich doch eine Zusatz-Kraftstoffpumpe montiert worden. Fabrikat HARDI Typ 18812V scheint bestens geeignet zu sein. Außerdem soll später noch eine elektronische Kraftstoff-Unterdrucküberwachung und Temperaturanzeige gebaut werden.

Kraftstoff-Absperrhähne im System waren ursprünglich vorgesehen, um ein Leerlaufen der Leitungen bei Reinigung des Grob-Filters z.B. zu vermeiden. Dies hat sich jedoch erübrigt. Obwohl das Entlüften des leeren Kraftstoffsystems beim Audi-Avant sonst ziemlich problematisch ist, geht das nach Einbau der HARDI Zusatz-Kraftstoffpumpe  einwandfrei. Die HARDI Kraftstoffpumpe ist selbstansaugend (bis zu 1 Meter über Kraftstoffniveau). Mit Einschalten der Zündung läuft auch die HARDI Kraftstoffpumpe und baut innerhalb von Sekunden Druck auf.

 

 

Kraftstoff- u. Kühlwasseranschluß

Ein Plan, wie die Leitungen zu verlegen sind, ist unbedingt nötig. Sonst gibt es bei den vielen Verbindungen leicht Durcheinander. Das kalte Pflanzenöl muß dort in den Wärmetauscher rein, wo das Kühlwasser nach Abgabe seiner Wärme herausläuft. Umgekehrt muß das erwärmte Pflanzenöl an dem Ende des Wärmetauschers herauskommen, wo das heiße Kühlwasser hineinläuft. So ist die größtmögliche Wirkung des Wärmetauschers gegeben.

Anschluß der HARDI Kraftstoffpumpe erfolgt über eine 5 Ampere Sicherung an Plus (geschaltet über Zündung).

Plus über Zündung findet man in der Verteilung innen über dem Fußraum der Fahrerseite.
Dort sind unter anderem Klemmleisten und Kabelschuh-Abgänge mit 6 mm und 5 mm Schrauben. An der Leiste mit den 5 mm Schrauben ist es der ganz links mit der Bezeichnung 75X . (sicherheitshalber nochmal messen)

Die Durchführung des Anschlusses in den Motorraum kann man ohne Bohren machen, indem man mit der Leitung von dem 5 mm Kabelschuhanschluß nach oben durch die vorhandene Öffnung in den großen Kasten für das Motorsteuergerät geht. (auf der Fahrerseite im Motorraum hinter der Trennwand, dort, wo auch die Fahrzeugbatterie sitzt)
Von dort kann man den Draht (empfehlenswert 2,5 mm² Querschnitt) durch die vorhandene Gummidurchführung herausführen und über eine 5 A Sicherung an den gelben Anschluß der HARDI Kraftstoffpumpe gehen. Der weiße Anschluß geht direkt an Minus-Batterie oder Fahrzeugmasse.

 

 

 

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Einbausatz

Wärmetauscher und Vorfilter mit Absperrhahn wurden günstig bei ebay beschafft. Die Anschlüsse des Wärmetauschers wurden mit 12er bzw. 18er  Kupferrohr und Bögen hart aufgelötet, die Rohrenden mit einem Rundstab etwas gedehnt, um Schlauchabrutschen zu verhindern. Abschließend wurde das Ganze mit der Messingbürste bearbeitet, wobei alle Kupferteile eine Messingtönung annehmen. Zum Schluß mit 3 bar abgedrückt, um Dichtigkeit zu garantieren. Das Alu-Tragegestell aus Winkelprofil wurde nach den Gegebenheiten im Motorraum gefertigt. Die Verbindungen der Teile wurde mit 5mm Blindnieten hergestellt.

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Einbausatz montiert

So sieht das Ganze im Motorraum aus. Die Befestigung erfolgt an den 4 Gummipuffern, die sonst die Motorabdeckung tragen. Später sollen die Gewinde der Gummipuffer noch verlängert werden, damit man die Motorabdeckung (um ca. 10 mm höher) wieder aufsetzen kann. Eventuell sind dazu noch ein paar Ausschnitte in der Motorabdeckung nötig, vor allem dort, wo von rechts kommend die Kühlwasserschläuche angeschlossen sind.

 

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Montage und Einbau Kraftstoffpumpe

 

Die HARDI-Kraftstoffpumpe findet Platz, in Fahrtrichtung rechts, hinter der Trennwand vom Motorraum, neben der Batterie, dort wo der Kohleaktiv-Filter der Innenraum-Luftzufuhr sitzt. Der Halter ist mit einem Winkel an der Trennwand zum Motorraum befestigt. Die Kraftstoffschläuche sind durch die Trennwand geführt. Für professionelle Gummidurchführungen ist dort nicht viel Platz, darum wurden als Scheuerschutz in den Durchführungen Blechhülsen um die Schläuche gebogen.

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Zusatztank für Standheizung

Auf den Tank wurde ein Tankstutzen mit Deckel und zwei Anschlußbögen für die Minimeß-Kupplungen hart aufgelötet. In dem einen Anschlußbogen ist ein Saugrohr, das bis zum Tankboden führt. Der andere Anschluß dient der Tankentlüftung. 

Leitungs-Durchführung

Die Leitungs-Durchführung vom Kofferraum nach außen. Aus 6 mm Kupferrohr, einem Messing-Gewindestück und Gewindescheiben vom Wasserhahn.

Leitungs-Durchführung montiert

Hier die fertig montierte Leitungs-Durchführung rechts am vorderen Rand der Reserveradmulde.

Zusatztank fertig angeschlossen

Und so sieht es fertig montiert aus. Die Minimeß-Kupplungen führen über 6 mm Kraftstoffschlauch zur Leitungs-Durchführung und von dort nach draußen. In die Kraftstoff-Ansaugleitung ist noch ein Filter montiert. 

Hier nicht sichtbar: Außen führt die Kraftstoff-Leitung zur Kraftstoffpumpe der Standheizung. Die Entlüftungsleitung wird außen unter dem Kotflügel am Tankeinfüllstutzen des Fahrzeugtanks hochgeführt und oben mit Schlauchbinder befestigt. Am Ende wird zweckmäßigerweise ein Sieb angebracht, damit kein Schmutz eindringen kann, am einfachsten ein weiterer Kraftstoff-Filter, der dann am zweiten Ende offen bleibt.  

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Impressum:

© September/2003 by HANS-DIETER TEUTEBERG •  hans-dieter.teuteberg@t-online.de

 Illustrationen
  © H.D.T.