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09.08.2007

Die ziemlich betagte, untenstehende Schaltung stammt ursprünglich aus dem Web (und da ist sie auf diversen Seiten auch immer noch zu finden). Auch auf Datenblätter des Linear-Festspannungsreglers 78xx fand man sie früher gelegentlich.

An sich ist das keine Schaltung, mit der man einen Elektronik-Profi begeistern kann. Daß sich vornehmlich Laien dafür interessieren, ist somit klar. Es gab im Laufe der Zeit auch immer wieder Anfragen. Einiges scheint mißverständlich zu sein. Hin und wieder wurde auch mitgeteilt, es würde gar nicht funktionieren. Um das einmal abzuklären, wurde nun (endlich) ein Nachbau gemacht. (Foto).

 

Der R2 wurde "steckbar" eingebaut, damit auch andere Werte ausprobiert werden konnten. T1 braucht einen ordentlichen Kühlkörper, das Abgebildete ist also nur ein unzureichendes, viel zu kleines Provisorium. Auch dem Spannungsregler 7812 wurde ein Kühlkörper verpaßt, er wird sonst ebenfalls recht warm. Der R2 verträgt die Erwärmung. Alles andere bleibt kühl.

 

Resultat: So ganz nach Lehrbuch funktioniert eigentlich nichts in der Elektronik. Auch hier nicht. Getestet wurde die Schaltung mit R2 = 0,12 Ohm, also nach Rechnung für 5 Ampere. Eingangsspannung 15 Volt.

Die Schaltung hält sich ganz wacker. Beim einem Strom von ca. 3 Ampere bricht die 12 Volt Spannung gerade mal um etwa 0,02 Volt ein. Das ist hervorragend. (Aber das können preiswerte 3 A Spannungsregler ja auch, der einstellbare LM 350 für 1,20 Euro z.B.. Lieferquelle: Reichelt).
Bei ca. 6 Ampere sind es schon 0,5 Volt Spannungseinbruch. Hier spielen wohl auch die Leitungsverbindungen eine große Rolle. Insgesamt aber ist die Schaltung brauchbar.

Bei Kurzschluß am 12 Volt Ausgang fließen noch 6,4 Ampere, mehr nicht. Demnach ist die Schaltung tatsächlich kurzschlußfest. "Aber nicht bei einem Wert von 5 Ampere", wie oft fälschlich angenommen und erwartet wird.
Das ist auch wohl einer der Punkte, die Laien nicht sofort einleuchten. "Die berechneten 5 Ampere (R2 = 0,12 Ohm) sind der Wert, bei dem der Spannungsregler noch nahezu 12 Volt abgibt. Der Strom wird aber nicht auf 5 Ampere begrenzt, sondern auf etwa 6,5 Ampere, was selbstverständlich nur gehen kann, wenn dabei die Spannung entsprechend einbricht. (gemessen etwa 4 Volt Restspannung) Also: Bis 5 Ampere gute bis brauchbare Spannungsstabilität. Bei 6 Ampere großer Spannungseinbruch und somit Kurzschluß-Strombegrenzung.

An dem Verhalten der Schaltung änderte auch ein höherer Wert des R2 (0,15 Ohm) nichts, was etwas verwunderlich schien.

 

Fazit: Es lohnt nicht, aus einem 78xx einen 5 oder gar 10 Ampere Spannungsregler machen zu wollen. Das wird um so deutlicher, wenn man bedenkt, daß man aus einem alten 250 Watt Netzteil vom Computer-Schrott bequem 12 Volt und 10 Ampere entnehmen kann. Und das Netzteil ist gleich dabei. Ein 350 Watt Computer-Netzteil gibt bei 12 Volt satte 26 Ampere ab. Im Dauerbetrieb!

 

 

 

 

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